Unser Traumschiff in Ensenada, Mexico

Wir waren leider wieder nicht erfolgreich auf unserer Jagd nach einen Segelschiff für unsere Pläne. Also reiste ich mit Iñaki spontan nach Ensenada im Norden von Mexiko. Wer hätte gedacht dass das die beste Entscheidung aller Zeiten sein sollte?

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Herrje was für ein Gstürm. Da sassen wir nun bei Hertz am Flughafen von Los Angeles und konnten unser Mietauto nicht im Empfang nehmen, weil ich meinen Führerschein nicht dabei hatte. Dabei hätte es so einfach sein können. Ich wäre mit Iñaki über die Grenze nach Ensenada, Mexiko zu seinem Schiff gefahren, hätte ein paar Tage mit ihm an seinem Schiff gearbeitet und wäre dann locker flockig wieder an den Flughafen zurückgefahren und nach Hause geflogen.

Vom Mietwagen zum Greyhound Bus

Nun musste aber eine andere Lösung her. Wir buchten kurzerhand den Greyhound Bus, um nach Ensenada zu kommen. Zusammen mit Pati fuhren wir im Uber-Taxi zur Bushaltestelle, von wo aus die Greyhounds in Los Angeles ihre Fahrten starteten. Wir verabschieden uns von ihr und nach einer kurzen Wartezeit sassen wir im Bus gen Mexiko.

GTA: Los Angeles

Da Iñaki und ich beide passionierte Gamer sind, waren wir während der Fahrt durch L.A. gen Süden vor allem davon fasziniert wie sehr uns die Stadt an GTA V erinnerte (Neeeeeeeerds!). Anfangs sassen wir noch ein bisschen ratlos da und sinnierten darüber, wie unsere Geschichte nun weitergehen sollte. Da Greyhound in seinen Bussen gratis WiFi anbietet, entschlossen wir uns, die Gelegenheit zu nutzen und in Ensenada und Umgebung nach Schiffen zu suchen, die zum Verkauf standen.

"RAN" an die Segel!

Wir fanden nicht viel Brauchbares, abgesehen davon, dass wir wussten, dass RAN, ein tolles Segelschiff aus dem gleichnamigen YouTube-Kanal, auch in Ensenada zum Verkauf stand. Aber plötzlich stiessen wir wieder auf eine Kelly Peterson 44. Ich hatte das Gefühl, dass ich mir die Annonce schon einmal angesehen hatte, damals aber der Preis (noch) zu hoch war. Nun war sie aber deutlich ‚erschwinglicher‘, und die Fotos und Infos machten auch Lust auf mehr.

Wie vom Güterzug überrollt

Der Knaller aber kam erst: Beim Durchsehen der Fotos stoppte mich Iñaki plötzlich und sagte ich solle einige Bilder zurückgehen – er erkannte den Namen eines Schiffs im Hintergrund. ‚Das Schiff steht direkt neben unserem in der gleichen Marina‘ sagte er mit ungläubigem Gesichtsausdruck.

Was zur Hölle??

Ich schnappte mir sofort das Handy und erreichte den Makler prompt. Nachdem er umgehend den Besitzer kontaktiert hatte, war plötzlich für den nächsten Tag ein Rendez-vous mit einer neuen Kandidatin namens "Milagros" angesagt. Ich hatte schlagartig ein extrem gutes Gefühl – es ist schwierig zu beschreiben, aber es war als hätten sich alle Sternenkonstellationen des Universums plötzlich nur für unseren Mexikobesuch arrangiert.

Busfahren auf Mexikanisch

Nachdem wir den beeindruckenden Grenzübergang von den USA nach Mexiko überquert hatten, hätten wir eigentlich eine Zeit lang auf den nächsten Bus warten müssen. Mit Iñakis Spanischkünsten konnten wir das aber gekonnt umgehen, indem er mit einem Busfahrer einen Deal gegen eine kleine Bezahlung aushandelte. So konnten wir mit einem anderen Autobus als vorgesehen (für den wir wohlgemerkt gar kein Ticket hatten) von Tijuana nach Ensenada fahren und kamen sogar noch etwas früher als geplant in der kleinen Stadt an.

Ein Abend in Ensenada, Mexiko

Da es langsam richtig spät wurde und bereits dunkel war, trafen wir auf den Strassen nicht mehr viel mehr als ein paar Trunkenbolde an, die uns ‚freundlich‘ in Ensenada willkommen hiessen. Mit unserem Gepäck gingen wir über die holprigen Strassen in Richtung der Cruiseport Marina, wo Blue und Milagros in ihrem Dornröschenschlaf lagen. Die Marina ist gut bewacht von Sicherheitsbeamten am Eingang, was sich in diesem Fall leider als Nachteil erweisen sollte.

So nah und doch so fern

Wir kamen bei der Marina an, und freuten uns schon auf Blue und Milagros, ein kaltes Bier und das Bett, als wir vom Herrn am Tor zurückgewiesen wurden. Die Marina hatte es, trotz Aufforderung von Iñaki, nicht gebacken gekriegt, die Namen der alten Besitzer von Blue durch denjenigen von Iñaki auszutauschen. Somit konnte uns der Wächter nicht in die Marina lassen. Willkommen in Mexiko.

Durch die Strassen wandern

Nachdem sich Iñaki nach anderthalb Stunden Diskussion mit dem Guard (ich versorgte uns währenddessen mit Bier aus dem nahegelegenen 7-eleven) geschlagen gab, sassen wir mitten in der Nacht in Ensenada, obwohl unser Schlafplatz ein paar Minuten entfernt am Dock lag. Somit blieb uns nichts anderes übrig als die Nacht in einem Hotel zu verbringen. Nachdem wir mit diversen Uber kreuz und quer durch die Stadt von Hotel zu Hotel kutschiert wurden, hatte schlussendlich ein Fahrer den rettenden Einfall und so kamen wir in einem kleinen Hotel irgendwo in der Stadt unter. Nicht auszumalen, wenn ich ohne Iñaki und seine Spanischkenntnisse in Ensenada gestrandet wäre. Das wäre ein Spass geworden...

Iñaki und Carmens Cal 2-46

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zur Marina. Da das Hafenbüro nun geöffnet hatte, konnte Iñaki die Namensänderung für den Eingang schnell erledigen. Somit standen wir nun an Deck von Iñaki und Carmens Schiff. Ein toller Kahn, der nur darauf wartet, die sieben Weltmeere unsicher zu machen.

Das Mädchen von nebenan

Und daneben stand sie – Milagros. Wieder eine Kelly Peterson 44, wieder eine absolute Schönheit. Ich weiss nicht mehr genau, ob am selben oder am nächsten Tag, aber es war soweit: Die Besichtigung von Milagros stand an.


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