Hitze im Rücken, Käse im Blick

Nach 9 Wochen Boatyard bei bis zu 47°C (!!) waren wir froh, in die Schweiz reisen zu können. Ich meine, wer kommt eigentlich auf diese dumme Idee, die Saison mit Arbeit am Schiff abzuschliessen, anstatt vor Anker zu chillen? Es schien zum Zeitpunkt des Entscheids dafür eine gute Sache zu sein, aber naja. Ausserdem haben die Malerarbeiten 9 Wochen statt 6 Wochen gedauert, was dann zum Ende hin zu einem Saustress führte.

Schlechte Aussichten

Das Tüpfelchen auf dem i – und was uns nur noch flüchten lassen wollte – passiert beim Verschieben von Milagros vom Arbeitshof in den Lagerhof. Mario, der normalerweise den Lift bediente, hatte an diesem Tag frei, also übernahm der Boatyardbesitzer diese Aufgabe. Es stimmte uns nicht unbedingt zuversichtlich, als er sagte, er hätte das das letzte Mal vor 2 Jahren gemacht.

Schnell weg hier!

Und unsere Ahnung bestätigte sich. Beim Anheben des Schiffs rutsche eine Schlinge vom Lift ca. 30cm nach hinten und verkratze die Farbe des Freibords und des schnellen Streifens bis auf die Grundierung auf einer Fläche von 30x30cm. Genau, ebendieses Freibord, in das wir im 2021 so viel Arbeit reingesteckt hatten. Neben dem Einbau der neuen Antriebswelle, die es nicht vor unserer Abreise zu uns geschafft hatte, hatten wir nun ein weiteres Projekt auf der Liste für nach unserer Rückkehr. Wir wollten einfach nur noch nach Hause.

Wir freuen uns

In der Schweiz wurden wir von unseren Familien mit einem Raclette auf dem Neumatthof empfangen. Ich weiss nicht, ob wir das schon mal erwähnt haben, aber guter Käse ist in Mexiko rar, deshalb freuen wir uns immer wieder sehr auf Schweizer Käse. Und wir freuen uns generell auf die wunderschöne Schweiz: Familie, Freunde, Wald, Wiesen, Tiere, Essen, das bequeme Leben, das strukturiert ist und kaum Unvorhersehbares bereithält. Ich kann den Wasserhahn in der Dusche aufdrehen, und ich weiss, dass ich immer heisses Wasser habe. Ich kann den Zug nach Basel nehmen, und weiss, dass er punkt 17.38 Uhr dort sein wird.

Hier ein paar Impressionen unseres Aufenthaltes:

Schon wieder vorbei

Die Zeit in der Schweiz verging wie im Flug. Und kurz vor unserer Abreise verabschiedeten wir auch meine Schwester Carmen und Iñaki. Sie reisten zurück nach Panama zu ihrem Segelschiff ‘Anila’. Im kommenden Frühjahr wollen sie von dort aus über den Pazifik segeln und ein Jahr in Französisch-

Schon wieder zurück?

Wir selbst waren irgendwie noch nicht bereit, zum Schiff zurückzukehren, die bequeme Schweiz zu verlassen. Zu wechseln, von durchgeplant auf unvorhersehbar, von fix auf flexibel, in das andere Leben auf dem Segelschiff, wo ich jeweils am Morgen noch nicht weiss, was der Tag bringen wird. Wir wären gerne noch etwas länger geblieben. Und wir hatten keine Lust, uns um den Farbschaden und die neue Welle zu kümmern. Und auf die lange Reise von über 30h, die sich dann noch auf über 48h verlängert hat, weil unser Flug von London nach Mexiko-Stadt ausgefallen war.

Alles ist gut

Aber hier sind wir nun, zurück auf Milagros. Es ist alles in Ordnung mit ihr. Sie hat die 3 Monate soweit wir wissen unbeschadet überstanden. Nur etwas staubig war sie. Ich würde jetzt gerne sagen, dass wir uns sofort in die Arbeit gestürzt haben. Aber das taten wir nicht. Wir nahmen es gemütlich, stiessen alle Projekte mal an. Ein kleiner Hexenschuss kurz nach unserer Ankunft zwang mich sowieso, es gemächlich anzugehen. Wir sind jetzt in Mexiko, wo mañana alles möglich ist. Saludos.

Willst du uns helfen in die Gänge zu kommen?

Hier weiterlesen


Schreibe einen Kommentar