Ein Ende in Sicht

Langsam aber sicher ist er da: der Endspurt. Wir sehen das Licht am Ende des Tunnels. Die Einwasserung steht kurz bevor, wenn denn alles so läuft, wie wir das wollen. Aber es gibt noch einiges zu tun, bis dass Milagros bereit für das nächste grosse Abenteuer ist.

Duschen im Cockpit

Das erneute Streichen, Spachteln, Schleifen, Streichen, etc. der Hülle ist gerade in vollem Gange, aber ich lasse an dieser Stelle die Details aus. Wir widmeten uns in der Zwischenzeit auch einigen kleineren Projekten. So haben wir zum Beispiel eine Süsswasserdusche im Cockpit installiert. Dafür mussten wir einen Schlauch von unserer Wasserverteilung hinter der Wandverschalung durch in das Cockpit ziehen. Ausserdem haben wir den Schlauch für die Wasserzufuhr zum neuen Wassertank ersetzt, da sich Algen im Schlauch gebildet hatten und diese nach jeder Füllung fetzenweise im Tank schwammen. Das Ersetzen gestaltete sich nicht so einfach wie erwartet. Unsere Nachbarn auf SV Rua Hatu hörten das Geschimpfe bis nach draussen. Erst beim vierten Anlauf wollte es klappen. Das war definitiv verschwendete Lebenszeit.

Unser Bimini

Du erinnerst dich vielleicht daran, dass auch ein neues Bimini auf unser Top 5 Projektliste stand. Wir hatten seit 9 Monaten keinen Erfolg, mit dem Schweisser einen Termin abzumachen. Wir hatten dieses Projekt schon abgeschrieben, als sich plötzlich eine neue Möglichkeit auftat. Bei unserem Abgaskrümmer (wo die Abgase mit dem Kühlwasser vom Motor zusammenkommen) musste nämlich ein Haarriss geschweisst werden. Dave schrieb dem Schweisser auf gut Glück eine Nachricht und zu unserer Überraschung stand er 30 Minuten später bei uns auf dem Schiff. Das war unsere Chance, die wir gleich beim Schopf packten und von ihm eine Offerte für ein Bimini einholten.

Es läuft

Wir waren mit dem Preis einverstanden. Wenige Tage später bestellten wir das Material und nun arbeitet er daran. Da Marga auf SV Dogfish bereits ein Bimini besitzt, konnte er dort Mass nehmen und musste das Rad Bimini nicht neu erfinden. Aus unseren alten Wassertanks lassen wir von ihm auch gerade neue Püttingabdeckungen herstellen. Diese schützen die Dichtungsmasse vor UV-Einstrahlung und helfen so dabei, dass alles dicht bleibt. Das ist nun neben dem Masttop-Aufbau schon das zweite Projekt, das aus den alten Tanks entsteht.

Sind wir schon da?

Und wenn denn die letzte Schicht Decklack auf dem Freibord drauf ist, müssen wir mindestens 2 Wochen warten, bis die Farbe belastbar ist. Dann können wir ins Wasser. So wie SV Cavu und SV Alegría, denen wir, seit wir hier sind, bereits zum zweiten Mal nachwinkten und ihnen zuschauten, wie sie in den Sonnenuntergang davonfuhren. Bis wir soweit sind, müssen noch einige Projekte abgeschlossen werden.

Tschüss Alegría

Der Mast muss wieder rein

Das grösste noch offene Projekt ist wohl das Stellen des Masts. Der Mast ist nämlich frisch gestrichen, alle Befestigungen sind wieder zurück an ihrem Platz und die Installation auf dem Masttopp ist auch fertig. Gemeinsam mit Rob von SV Mapache haben wir das Vorstag im Furler zusammengebaut und gleich alle Schrauben und Lager gereinigt. Wir müssen nun noch die neue Takelage an den Mastpüttings befestigen und den Backstag-Pütting montieren. Dann können wir den Kran bestellen und Milagros wieder wie ein richtiges Segelschiff aussehen lassen. Hoffentlich gestaltet sich die ganze Aktion so simpel, wie sie sich anhört. Mal sehen... Unser neuer Baumbeschlag ist leider immer noch nicht fertig, aber wir hoffen mal das Beste. Sobald nämlich der Mast wieder steht, können wir die neuen Löcher für den Baumbeschlag bohren und danach den Baum befestigen.

Die Welle muss zurück

Ebenfalls müssen wir die begradigte Antriebswelle wieder montieren. Das Entermesserlager ist ersetzt, die neue Wellendichtung ist bereit. Das Stehlager ist neu gegossen und passt nun perfekt um die Welle, die Kupplung ist neu angemalt und der Propeller ist gereinigt. Alles ist auch hier bereit. Der Motor braucht nun nur noch einen Ölwechsel und neue Kühlflüssigkeit, dann können wir ihn starten und schauen, ob alles in Ordnung ist.

Den Motor starten

Das Starten des Motors auf dem Trockenen ist möglich, weil wir soeben einen Süsswasserzufluss von unserer neuen Wasserverteilung zum Motor installiert haben. Dies ist dafür gedacht, das Salzwasser aus dem Motor zu spülen, wenn er längere Zeit nicht gebraucht wird. Wir können das nun aber auch dazu nutzen, den Motor ausserhalb des Wassers zu testen. Wir wollen schliesslich nicht einwassern und dann feststellen, dass der Motor nicht startet.

Schönheitskönigin?

Milagros kriegt auch noch ein schönes, schwarzes Kleid aka 2-3 Schichten Antifouling. Das Rot steht ihr zwar auch gut, aber wir wollen schwarz! Ebenso schwarz wird der sogenannte “schnelle Streifen” sein, der das Freibord von Milagros abrundet. Diesen werden wir auch von Pancho aufsprühen lassen. Dann fehlt nur noch das Aufmalen oder Aufkleben von Milagros’ Namen.

Und dann?

Wenn wir das alles erledigt haben, kann unser Leben auf dem Wasser beginnen. Wir denken, dass wir ein paar Wochen in einer Marina hier in Puerto Peñasco verbringen werden, um Milagros aus ihrem Dornröschenschlaf aufzuwecken. Alle Systeme müssen gecheckt werden, alle Modifikationen, die wir vorgenommen haben, müssen überprüft werden und weitere Installationen müssen gemacht werden. Unsere Winschen und Blöcke brauchen etwas Liebe und die Segel können hervorgeholt und gehisst werden. Und viele kleine andere Dinge wollen erledigt werden. Und natürlich wollen wir auch noch mit Milagros raus und eine kleine Runde drehen. Ja, und dann?

La Paz?

Ja, dann können wir lossegeln. So wie es jetzt ausschaut wird das etwa Ende November sein - rund 6 Wochen später als ursprünglich geplant. Gar nicht schlecht, oder? Meine Familie kommt über Weihnachten zu Besuch. Dafür wollen wir die beiden Schiffe, wenn möglich, nach La Paz bringen. Meine Schwester Carmen und ihr Freund Iñaki sind zurzeit noch in San Carlos (rund 500 km von uns entfernt) auf dem Trockendock und bringen ihre Anila weiter auf Vordermann.

Wohin denn?

Uns steht also eine zügige Reise gen Süden bevor, wie wir es bereits im Mai mit Ray auf SV SeaNote gemacht hatten. Nicht unbedingt das, was wir uns nach vielen Monaten auf dem Trockendock vorgestellt hatten. Wir wollten eigentlich nach Refugio segeln und erst mal ein paar Wochen einfach sein und nichts tun. Das werden wir dann aber definitiv nach Weihnachten nachholen. Ansonsten wissen wir noch nicht, wohin uns die Reise führen wird. Noch etwas südlicher in die Wärme oder wieder etwas nördlicher an die Orte, an denen wir vorbeigerauscht waren. Wir werden sehen.

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